21. September 2026
Anthropic misst Claude-Anteil an KI-Forschung mit 26 Prozent
Was wichtig war
Claude führt bei Anthropic 26 Prozent der gemessenen KI-Forschungsarbeit
Anthropic hat erstmals beziffert, wie stark Claude an der eigenen Modellentwicklung beteiligt ist. Nach einer internen Messung führt das System 26 Prozent der erfassten Aufgaben in KI-Forschung und -Entwicklung; an mehr als 90 Prozent arbeitet es zumindest mit. Vollständig autonom erledigt Claude in der Erhebung keine der untersuchten Aufgabengruppen.
Auf Anthropics meistgenutzter interner Plattform laufen nach Unternehmensangaben gleichzeitig rund 30.000 Agenten. Im August prüften automatische Kontrollsysteme mehr als eine Milliarde ihrer Entscheidungen und stoppten etwa eine von 47.000. Die Zahlen stammen aus internen Systemen und sind nicht unabhängig geprüft. Anthropic
OpenAI baut eine Rechtsrecherche für US-Kanzleien
Astra for Law verbindet GPT-6 Astra mit einer Datenbank aus mehr als 230 Millionen US-amerikanischen Rechtsquellen. Anwälte können darin nach Urteilen und Vorschriften suchen, Fundstellen prüfen und Entwürfe vorbereiten. Der Zugang startet zunächst bei ausgewählten Kanzleien; eine API soll später folgen.
In einem von OpenAI selbst zusammengestellten Test mit 200 Rechtsfragen erreichte das System 54 Prozent korrekte Antworten. GPT-6 Astra mit normaler Websuche kam auf 38,7 Prozent. Die Werte zeigen den Effekt der spezialisierten Recherche in diesem Test, nicht die allgemeine juristische Zuverlässigkeit.
Claude bündelt Chat, längere Aufträge und Dokumente
Anthropic führt Claude Chat und die bisher getrennte Arbeitsumgebung Cowork zusammen. Nutzer können künftig in derselben Unterhaltung kurze Fragen stellen oder länger laufende Aufgaben übergeben. Claude entscheidet dabei, welche der vorhandenen Werkzeuge und verbundenen Datenquellen benötigt werden.
Neu sind außerdem Claude Docs und Claude Slides. Dokumente und Präsentationen lassen sich direkt bearbeiten, teilen und als Word-, PowerPoint- oder PDF-Datei exportieren. Der Rollout beginnt für Pro und Max; Team und Free sollen folgen. Für Enterprise-Kunden kündigt Anthropic Änderungen mindestens 30 Tage im Voraus an.
Anthropic finanziert externe Modellprüfer mit
Anthropic und Accenture wollen in den kommenden fünf Jahren jeweils mindestens eine Milliarde US-Dollar für die Prüfung fortgeschrittener KI-Modelle bereitstellen. Teams von Accenture und dessen Tochter Faculty sollen dafür zeitweise innerhalb von Anthropic arbeiten und Zugang erhalten, der mit dem von Beschäftigten vergleichbar ist. Geplant sind technische Tests, Red-Teaming und Bewertungen der Sicherheitsmaßnahmen.
Die Prüfer sollen ihre Ergebnisse auch veröffentlichen können. Vollständig unabhängig ist das Modell dennoch nicht: Anthropic bezahlt die Arbeit, und Einzelheiten zu Mandat, Veröffentlichungsrechten und Aufsicht sind noch offen. Anthropic
Microsoft legt Regeln für das Verhalten seiner KI-Modelle vor
Microsoft AI hat den ersten Entwurf eines Verhaltenskodex für seine Modelle veröffentlicht. Er soll als Grundlage für Training und Tests dienen. Die Systeme sollen unter anderem keine zusätzlichen Ziele verfolgen, ihren Arbeitsumfang nicht eigenmächtig erweitern und Abschaltung oder Korrektur nicht behindern.
Der Text enthält außerdem absolute Grenzen für Anwendungen etwa bei Massenmanipulation, Kindesmissbrauch und Massenvernichtungswaffen. Verbindlich ist er noch nicht: Microsoft sammelt sechs Wochen lang öffentliche Rückmeldungen und will danach eine überarbeitete Fassung vorlegen.
USA schlagen China Meldungen über schwere KI-Vorfälle vor
US-Finanzminister Scott Bessent hat bei Gesprächen mit Chinas Vizepremier He Lifeng einen bilateralen Meldeweg für KI-Vorfälle mit Folgen für die nationale Sicherheit vorgeschlagen. Der Mechanismus könnte etwa bei Angriffen auf kritische Infrastruktur oder einer militärischen Nutzung von KI greifen.
Eine Vereinbarung gibt es bislang nicht. Nach Reuters soll der Vorschlag bei einem geplanten Treffen der Präsidenten weiter beraten werden; eine klare chinesische Zusage wurde nach den Gesprächen nicht bekannt.
Europa und Deutschland
Deutschland fördert KI-Projekte bis zur Marktreife
Das Bundesdigitalministerium hat den ersten Aufruf seines neuen Förderprogramms für digitale Technologien und Souveränität gestartet. Gefördert werden Verbünde aus Unternehmen und Forschung in den Bereichen KI, Datenökosysteme, Cybersicherheit sowie Cloud und Edge.
Pro Projekt sind bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen. Die Förderung reicht bis zu vorkommerziellen Demonstratoren auf Technologiereifegrad 8. Skizzen für den ersten Aufruf können bis zum 11. Oktober eingereicht werden; angesprochen sind ausdrücklich auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups.
Gebaut in Europa
Scalera · Ausschreibungen im Bau verarbeiten · Schweiz
Scalera liest Leistungsverzeichnisse aus PDF-, Excel- und Branchendateien, erkennt einzelne Positionen und ordnet ihnen Produkte oder Lieferanten zu. Hersteller und Bauunternehmen können damit Angebote vorbereiten, ohne jede Zeile einer Ausschreibung manuell mit Katalogen abzugleichen. Die Vorschläge bleiben in einem Prüfworkflow sichtbar.
Zefi · Kundenfeedback zusammenführen · Italien
Zefi führt Rückmeldungen aus Umfragen, Supporttickets, App-Bewertungen und weiteren Quellen zusammen. Die Software ordnet Aussagen nach einer vom Unternehmen kontrollierten Taxonomie und verknüpft Auswertungen mit den zugrunde liegenden Rückmeldungen. Produkt- und Serviceteams können so wiederkehrende Beschwerden prüfen und Änderungen nachverfolgen.