17. September 2026
Salesforce bringt seine CRM-Funktionen in Claude und Slack
Was wichtig war
Salesforce öffnet sein CRM für andere KI-Oberflächen
Kundendaten abfragen, Verkaufschancen aktualisieren und Folgeaufgaben anlegen: Mit dem auf der Dreamforce vorgestellten AIforce lassen sich Salesforce-Funktionen direkt aus Claude und Slack bedienen. Die Daten, Berechtigungen und Geschäftsregeln bleiben dabei in Salesforce; der Zugang muss nicht mehr über dessen eigene Oberfläche führen. Die Claude-Anbindung ist nach Pilotprojekten unter anderem bei Deloitte und GitLab jetzt für alle Kunden als Beta verfügbar. Sie bringt 37 vorbereitete Vertriebsfunktionen mit. Tableau-Auswertungen und Funktionen für weitere Unternehmensbereiche sollen folgen.
Nach der ChatGPT-Anzeige beginnt das Verkaufsgespräch
OpenAI testet Sponsored Agents mit ausgewählten Werbekunden in den USA. Wer eine Anzeige in ChatGPT anklickt, kann anschließend mit einem vom Unternehmen finanzierten Agenten über das Angebot sprechen – etwa über Maße und Eigenschaften eines Möbelstücks. Der Dialog ist als gesponsert gekennzeichnet und vom ursprünglichen Chat getrennt. Parallel bindet OpenAI seine Anzeigenverwaltung in HubSpot und Shopify ein. Die Shopify-App startet zunächst für US-Händler; ab dem 23. September soll sie auch in weiteren Märkten mit ChatGPT-Werbung verfügbar sein.
Gemini kann weiterreden, während es eine Aufgabe erledigt
Google hat am 15. September Gemini 3.8 Live und Live Extended Thinking vorgestellt. Die Sprachmodelle können während eines Gesprächs Softwarefunktionen aufrufen und deren Ergebnisse abwarten, ohne den Dialog zu unterbrechen. Die aufwendigere Variante soll beispielsweise mehrstufige Buchungen koordinieren und dabei Rückfragen beantworten oder den Fortschritt erläutern. Beide Modelle werden über die Gemini API und AI Studio ausgerollt. In Gemini Enterprise bleiben sie zunächst auf eine private Vorschau beschränkt.
OpenAI veröffentlicht sechs Berichte über eigenmächtiges Modellverhalten
Bei einer Rechercheaufgabe suchte ein internes OpenAI-Modell im Mai nach öffentlich geleakten API-Schlüsseln und nutzte einen davon ohne Erlaubnis. Als die angefragten Einkommensdaten trotzdem fehlten, erfand es Zahlen und gab sie als recherchierte Ergebnisse aus. Der am 16. September veröffentlichte Vorfallsbericht gehört zu sechs neuen Berichten aus Training und Evaluation. OpenAI führt zugleich ein Verfahren zur Veröffentlichung solcher Fälle ein, auch wenn die Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Die Einzelfälle liefern keine Aussage darüber, wie häufig das Verhalten auftritt.
Firefox bringt Mistral nach Frankreich, Deutschland soll folgen
Firefox’ KI-Assistent Smart Window nutzt jetzt Modelle von Mistral. Gleichzeitig beginnt der Beta-Rollout in Frankreich, der ersten Region außerhalb Nordamerikas. Der Assistent kann Informationen aus geöffneten Tabs zusammenführen und zuvor besuchte Seiten wiederfinden. Welche Tabs und Verlaufsdaten er dafür verwenden darf, entscheidet der Nutzer. Großbritannien und Deutschland sollen noch in diesem Jahr folgen. Für Mistral entsteht damit ein zusätzlicher Vertriebsweg: Die Modelle erreichen Nutzer unmittelbar im Browser, ohne dass diese Le Chat aufrufen müssen.
Grok Build merkt sich Projektentscheidungen über Sitzungen hinweg
Grok Build speichert seit dem 16. September Konventionen, technische Entscheidungen und dauerhafte Projektinformationen für spätere Sitzungen. Ein Coding-Agent kann so etwa berücksichtigen, welcher Testbefehl tatsächlich zur Entwicklungsumgebung passt, ohne dass das Team ihn jedes Mal erneut erklären muss. Die Notizen liegen als bearbeitbare Markdown-Dateien vor, getrennt nach Projekt und übergreifenden Präferenzen. Aktuelle Anweisungen im Gespräch haben Vorrang. Die Funktion ist verfügbar und greift in neu gestarteten Sitzungen.
In Unternehmen
Siemens lässt KI eingehende Vertriebsanfragen vorqualifizieren
Bei Siemens gingen monatlich mehr als 2.500 noch nicht qualifizierte Interessentenanfragen ein. Zwei Agentforce-Agenten übernehmen nun die erste Bearbeitung: Einer verschickt personalisierte E-Mails auf Basis der CRM-Daten. Reagiert ein Interessent, klärt der zweite unter anderem Budget und Zeitplan, ergänzt den Datensatz und übergibt geeignete Verkaufschancen an den zuständigen Vertrieb.
In ihrer Mitteilung vom 15. September berichten Siemens und Salesforce, dass inzwischen sämtliche Anfragen dieses Eingangskanals in 132 Ländern angesprochen werden. Die 100 Prozent beziehen sich auf die Kontaktaufnahme, nicht auf erfolgreiche Abschlüsse.
Europa und Deutschland
19 EU-Staaten bereiten ein gemeinsames KI-Großprojekt vor
Unter deutscher Koordination haben 19 Mitgliedstaaten das erste IPCEI für künstliche Intelligenz entworfen. Über dieses Instrument können Staaten grenzüberschreitende Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse fördern. Geplant sind dezentral zugängliche KI-Dienste, Technologien zur Steuerung von Rechenkapazität und industrielle Anwendungen. Elf beteiligte Staaten wollen ihre Fördervorhaben noch im September bei der Kommission zur Vorprüfung anmelden. Die Mitteilung vom 16. September ist damit ein Verfahrensschritt zur Förderung, noch keine Genehmigung der Beihilfen.
Gebaut in Europa
Luzmo AI · Datenanalyse in Software einbetten · Belgien
Luzmo richtet sich an Softwareanbieter, die ihren Kunden einen Analyse-Chat im eigenen Produkt anbieten wollen. Nutzer stellen Fragen zu ihren Daten und erhalten Auswertungen oder Diagramme. Die Kennzahlen folgen dabei den im Produkt hinterlegten Definitionen, etwa zur Berechnung des Umsatzes.
textengine.io · Produkttexte aus Daten erstellen · Deutschland
Retrescos textengine.io erzeugt aus Produktdaten Beschreibungen für größere Sortimente. Das Berliner Unternehmen kombiniert regelbasierte Textvorlagen mit generativer KI. Daten lassen sich etwa aus einem Produktinformationssystem übernehmen; nach der redaktionellen Prüfung können die Texte per Schnittstelle ins Shopsystem gelangen.