14. September 2026
Anthropic-CEO fordert Grenzen für die KI-Entwicklung
Was wichtig war
Amodei will die KI-Entwicklung an Sicherheitsnachweise binden
Anthropic-CEO Dario Amodei fordert gemeinsame Regeln dafür, wie schnell die führenden Entwickler ihre KI-Modelle leistungsfähiger machen dürfen. Sein Vorschlag: Wer bestimmte Fähigkeiten erreicht, muss zunächst nachweisen, dass die Risiken ausreichend beherrscht werden. So soll die Sicherheitsforschung Zeit gewinnen, ohne dass einzelne Unternehmen durch Zurückhaltung im Wettbewerb zurückfallen.
Anthropic kündigt dafür einen ersten eigenen Schritt an: Externe Prüfer sollen dauerhaft Zugang zu internen Systemen und Trainingsprozessen erhalten. Sie sollen wesentliche Befunde auch dann veröffentlichen dürfen, wenn diese für das Unternehmen ungünstig ausfallen. Für branchenweite Vereinbarungen setzt Amodei auf die Unterstützung der US-Regierung. Amodeis Vorschlag
ChatGPT kann jetzt Unternehmensdaten auswerten
OpenAI erweitert ChatGPT Work um einen Data-Agenten für Geschäftsanalysen. Mitarbeiter können etwa Umsatzrückgänge untersuchen oder Ausgaben vergleichen, indem sie ihre Frage im Chat stellen. Der Agent greift dazu auf Datenbanken wie Snowflake und BigQuery zu und erstellt Auswertungen und Dashboards.
Dabei kann er die im Unternehmen festgelegten Kennzahlen und Berechnungen übernehmen. Das ist beispielsweise relevant, wenn verschiedene Abteilungen Umsatz unterschiedlich erfassen. Die Abfragen unterliegen den bestehenden Berechtigungen des verbundenen Datenbankkontos. Das Angebot ist seit dem 10. September verfügbar. OpenAI
OpenAI bietet die Agententechnik hinter Codex als Dienst an
Mit der neuen Agents API können Entwickler die Technik hinter Codex für eigene KI-Anwendungen nutzen. OpenAI übernimmt dabei die Steuerung längerer Aufträge: Der Dienst verwaltet den bisherigen Arbeitsstand, ruft Werkzeuge auf und verteilt Teilaufgaben an weitere Agenten. Unternehmen müssen diese Abläufe damit nicht vollständig selbst programmieren.
Die Agenten können in einer von OpenAI bereitgestellten Umgebung oder auf eigener Infrastruktur arbeiten. Der Dienst ist seit dem 10. September als öffentliche Beta verfügbar; abgerechnet werden die verwendeten Tokens und Werkzeuge. OpenAI
Angreifer lassen Schadsoftware automatisch überarbeiten
Anthropic beschreibt in seinem neuen Sicherheitsbericht einen Spionageangriff, bei dem KI-Agenten Schadsoftware an die Abwehrmaßnahmen ihrer Ziele anpassten. Sobald ein Sicherheitsprodukt die eingesetzte Software erkannte, überarbeiteten die Agenten sie und prüften erneut, ob sie entdeckt wurde.
Die von Anthropic Russland zugeordnete Gruppe richtete ihre Angriffe unter anderem gegen europäische Behörden und Unternehmen der Verteidigungsindustrie. Er umfasst ausgewählte Vorfälle zwischen Dezember 2025 und August 2026. Anthropic-Bericht
Apple kündigt neue Siri zunächst ohne EU-iPhones an
Für heute hat Apple den Start von Siri AI als englischsprachige Beta mit iOS 27 angekündigt. Auf geeigneten Geräten soll die neue Version persönlichen Kontext aus Nachrichten und E-Mails berücksichtigen und Aktionen in Apps ausführen können.
Auf iPhone, iPad und Apple Watch bleibt Siri AI in der EU zunächst ausgenommen. Deutsch gehört nicht zu den angekündigten Startsprachen. Apple
DeepSeek stellt bestehende Anwendungen auf neues Flash-Modell um
DeepSeek hat seine bisherigen Flash-Modelle durch V4.1-Flash ersetzt, das Texte und Bilder verarbeitet. Seit dem 10. September werden auch Anfragen unter den bisherigen Modellnamen vorübergehend an die neue Version weitergeleitet. Dadurch kann sich das Verhalten bestehender Anwendungen ändern, obwohl ihre Betreiber kein Modellupdate vorgenommen haben.
Die angekündigte Abschaltung von V4-Pro entfällt dagegen vorerst. Das Modell bleibt über den 14. September hinaus verfügbar. DeepSeek
Europa und Deutschland
Mistral und Cloudera planen KI für abgeschottete Unternehmensnetze
Mistral will seine Modelle in die Datenplattform von Cloudera integrieren. Unternehmen sollen sie auf eigenen Servern betreiben und mit internen Daten anpassen können — auch in Netzen ohne Internetverbindung.
Die am 10. September angekündigte Partnerschaft richtet sich unter anderem an Finanzdienstleister, Industrie- und Telekommunikationsunternehmen. Vertrauliche Daten sollen dabei innerhalb der vom Unternehmen kontrollierten Infrastruktur verarbeitet werden. Mistral
Gebaut in Europa
Caplena · Kundenfeedback auswerten · Schweiz
Caplena analysiert offene Antworten aus Kundenbefragungen und Bewertungen. Die Software gruppiert Aussagen nach Themen und erfasst die Stimmung. Unternehmen können so untersuchen, welche Beschwerden sich häufen und wie sich das Feedback zwischen Kundengruppen oder über die Zeit unterscheidet.
iClassification · Zolltarifnummern finden · Großbritannien
iClassification von iCustoms schlägt Zolltarifnummern anhand von Produktbeschreibungen vor. Ganze Warenlisten lassen sich gesammelt einlesen. Zu den Vorschlägen zeigt das Werkzeug Details für die Prüfung an. Import- und Exportteams können die ausgewählten Codes in ihren Produktlisten weiterverwenden.