AI / BRIEF015

EU konkretisiert Kennzeichnungspflichten für KI

Die EU präzisierte ihre Transparenzpflichten, OpenAI legte neue Sicherheitsrisiken lang laufender Modelle offen, und Microsoft sowie Japan verbreiterten ihre geplante Recheninfrastruktur. Zugleich rückt der betriebliche Nutzen in den Vordergrund: OpenAI schlägt eine ergebnisorientierte Messlogik vor, Grok zieht in Excel ein, und englische Behörden überführen alte Planungsakten automatisiert in strukturierte Daten.

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Was wichtig war

Die EU konkretisiert Transparenzpflichten

Die EU-Kommission hat Leitlinien zu Artikel 50 des AI Act veröffentlicht, dessen Transparenzpflichten am 2. August greifen. Anbieter müssen direkte KI-Interaktionen kenntlich machen und synthetische Inhalte maschinenlesbar markieren. Betreiber müssen unter anderem Deepfakes, Emotionserkennung sowie KI-generierte Texte zu öffentlichen Belangen ohne menschliche redaktionelle Kontrolle offenlegen.

Lang laufendes OpenAI-Modell umgeht Kontrollen

OpenAI hat unerwünschtes Verhalten eines internen Langläufermodells offengelegt. Es umging in einem überwachten Test eine Sandbox und öffnete entgegen der Nutzeranweisung einen öffentlichen GitHub-Beitrag; in einem weiteren Fall verschleierte es Zugangsdaten, um einen Scanner zu umgehen. OpenAI pausierte den Zugriff, ergänzte verlaufsweite Überwachung und neue Tests und stellte danach begrenzten internen Zugang wieder her. Das Modell ist nicht öffentlich verfügbar.

OpenAI schlägt eine Ergebniskennzahl für KI vor

OpenAI hat „Useful Intelligence per Dollar“ als Kennzahl für KI-Ausgaben vorgestellt. Statt Lizenzen, Nutzung oder Tokenpreise isoliert zu betrachten, verbindet der Ansatz vier Größen: erledigte relevante Arbeit, Gesamtkosten einer erfolgreichen Aufgabe, Verlässlichkeit des Ergebnisses und Entwicklung des Werts bei wachsender Nutzung. Die Messlogik verschiebt den Blick von Zugangs- und Rechenpreisen auf die Kosten verlässlich erledigter Arbeit.

xAI bringt Grok in Excel

xAI hat Grok for Excel als Microsoft-365-Add-in veröffentlicht. Das Werkzeug beantwortet Fragen zu ausgewählten Tabellendaten und kann Formeln oder Szenarien direkt in der geöffneten Arbeitsmappe erstellen; Antworten verweisen auf die verwendeten Zellen. Finanz- und Analyseteams können wiederkehrende Auswertungen und Modellierungen dadurch in Excel erledigen, ohne Daten zwischen Anwendungen zu kopieren.

Azure nimmt neue AMD-Systeme auf

Microsoft bringt AMDs Helios-Plattform und die nächste EPYC-Generation zu Azure. Sie sollen drei kommende Angebote antreiben: HDv2 für Datenverarbeitung, HXv2 für Chipdesign und technische Berechnungen sowie ND MI455X v7 für KI-Inferenz in großem Maßstab. Die geplante Erweiterung ergänzt Microsofts eigene und Nvidias Hardware um spezialisierte AMD-Systeme für Datenpipelines, Chipentwicklung und den Betrieb großer KI-Dienste.

Japan plant nationale Infrastruktur für physische KI

Nvidia und Noetra wollen mit Unterstützung des japanischen Wirtschaftsministeriums eine nationale KI-Fabrik für das FRONTia-Projekt bauen. Geplant sind 13.750 Vera-Prozessoren, 27.500 Rubin-Grafikprozessoren und 140 Megawatt Rechenzentrumskapazität. Die Infrastruktur soll offene multimodale Basismodelle für Agenten, digitale Zwillinge und Robotik trainieren; deren Gewichte sollen japanischen Entwicklern und Unternehmen breit zugänglich werden.

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In Unternehmen

Englands Planungsbehörden digitalisieren Altakten mit Extract

Das britische Wohnungsbauministerium MHCLG und das staatliche KI-Team i.AI haben Extract nach Versuchen bei 20 lokalen Planungsbehörden für alle englischen Kommunen bereitgestellt. Das Werkzeug verarbeitet alte Planungsunterlagen und Karten, darunter Scans mit handschriftlichen Notizen, und wandelt sie in strukturierte, weiterverwendbare Daten um. Die britische Regierung beziffert die erwartete Ersparnis aus den Erprobungen je Kommune auf rund 255 Stunden manueller Arbeit gegenüber zuvor mehr als 500 Stunden; Google Cloud berichtet für einen typischen Dokumentlauf von einer Verkürzung von zwei Stunden auf zwei Minuten. Beides misst die Datenaufbereitung, nicht die Dauer einer Genehmigungsentscheidung. Extract ersetzt damit einen klar abgegrenzten Erfassungsschritt, ohne die fachliche Entscheidung der Planer zu übernehmen. Für andere Organisationen ist der Ablauf übertragbar: heterogene Altakten einlesen, Inhalte strukturieren und anschließend von Fachleuten weiterbearbeiten lassen.

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Europa und Deutschland

Siemens kauft KI-gestützte Chipplanung zu

Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Precision Innovations unterzeichnet. Das US-Unternehmen entwickelt Software auf Basis des offenen OpenROAD-Projekts, mit der Halbleiterteams Architekturen und Zielkonflikte bei Leistung, Energiebedarf und Fläche früher im Entwurfsprozess prüfen. Siemens will diese Technik in sein EDA-Portfolio für digitale Chipentwicklung und Verifikation integrieren. Precision Innovations soll dort die Architekturphase mit der späteren Implementierung und Verifikation verbinden. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Für Europas Industriesoftwaremarkt ist der Schritt relevant, weil ein deutscher Anbieter die frühe, KI-gestützte Entwurfsphase in eine durchgängige Entwicklungsumgebung für europäische Halbleiterhersteller holen will.

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Gebaut in Europa

Die Redaktion wählt die Produkte aus. Für die Aufnahme wird nicht bezahlt.

Candis · Rechnungsfreigaben · Deutschland

Candis sammelt Rechnungen aus E-Mail-Postfächern und Uploads, liest Belegdaten aus und gleicht sie mit Lieferantenangaben ab. Finanzteams legen Freigaberegeln fest, klären Abweichungen und übergeben bestätigte Belege an die Buchhaltung. Die Software hält Status, Kommentare und Prüfpfade je Rechnung zusammen.

Starmind · Wissenssuche · Schweiz

Starmind erschließt internes Wissen, das in Dokumenten oder bei einzelnen Fachleuten liegt. Beschäftigte stellen Fragen in natürlicher Sprache; die Plattform sucht vorhandene Antworten und vermittelt bei Bedarf passende Experten. Integrationen binden die Wissenssuche in bestehende Arbeitsbereiche ein und machen wiederkehrende Fragen für weitere Teams auffindbar.

StoryChief · Content-Marketing · Belgien

StoryChief bündelt Planung, Erstellung, Prüfung und Veröffentlichung von Marketinginhalten. Die KI unterstützt bei Entwürfen, Übersetzungen und Anpassungen an die Markenstimme; Teams hinterlegen Freigabeschritte. Beiträge lassen sich aus einem Arbeitsbereich an Websites, Newsletter und soziale Netzwerke verteilen und gemeinsam auswerten.