1. Oktober 2026
Google gibt Gemini 4 Argon zunächst nur an Cyberteams
Was wichtig war
Google gibt Gemini 4 Argon zunächst nur an Cyberteams
Google hat Gemini 4 Argon vorgestellt, gibt das Modell zunächst aber nur ausgewählten IT-Sicherheitsorganisationen im Fairwind-Programm. Eine allgemeine Freigabe für Entwickler und Unternehmen hat der Konzern noch nicht terminiert. Vorher sollen Schutzmechanismen gegen missbräuchliche Cyber- und Biologieanfragen sowie gegen eingeschleuste Anweisungen weiter geprüft werden.
Argon kann laut Google Sicherheitslücken selbstständig suchen, nachstellen und Codekorrekturen entwerfen. Das Modell verarbeitet außerdem lange Arbeitsläufe mit bis zu einer Million Ausgabetokens. Für den späteren Marktstart nennt Google zunächst 2 Dollar je Million Eingabetokens und 10 Dollar je Million Ausgabetokens; nach der Einführungsphase sollen sich beide Preise verdoppeln. Die Leistungsangaben stammen überwiegend aus Google-eigenen Tests. Google
OpenAI bringt ein günstigeres Modell für lange Agentenläufe
GPT-6.1 Sol kostet über die API 2 Dollar je Million Eingabetokens und 10 Dollar je Million Ausgabetokens. Wiederverwendete Eingaben werden mit 10 Cent berechnet. Damit richtet OpenAI das Modell auf Anwendungen aus, die viel Kontext wiederholt verarbeiten, etwa Softwareentwicklung oder mehrstufige Geschäftsabläufe. GPT-6.1 Sol ist in der API, in Codex und ChatGPT Work verfügbar, noch nicht jedoch im normalen Chat.
Parallel hat OpenAI die Agents API als öffentliche Beta geöffnet. Der Dienst verwaltet die Laufzeit eines Agenten, hält seinen Arbeitskontext vor und bindet Werkzeuge ein. Entwickler können Teilaufgaben auf mehrere Agenten verteilen und wählen, ob die Programme in einer OpenAI-Umgebung oder auf eigener Infrastruktur laufen. Zugriffsrechte und erlaubte Werkzeuge müssen sie weiterhin selbst festlegen. OpenAI: GPT-6.1 Sol · OpenAI: Agents API
Anthropic beschleunigt Sonnet, ohne den Tokenpreis zu ändern
Claude Sonnet 5.5 erzeugt Antworten nach Angaben von Anthropic mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5. Die Listenpreise bleiben bei 2 Dollar je Million Eingabetokens und 10 Dollar je Million Ausgabetokens. Anthropic zufolge benötigt das neue Modell für vergleichbare Aufgaben weniger Tokens und kann deshalb pro erledigtem Auftrag bis zu 30 Prozent günstiger sein. Unabhängig belegt ist diese Ersparnis bislang nicht.
Sonnet 5.5 ist über Anthropic sowie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar. Weil das Modell bei IT-Sicherheitsaufgaben das Niveau älterer Spitzenmodelle erreicht, versieht Anthropic erstmals ein Sonnet-Modell mit zusätzlichen Cyber-Schutzmechanismen. Sie sollen riskante Anfragen blockieren, den normalen Softwarebetrieb aber nicht einschränken. Anthropic
Microsoft verbindet Literatur, Modelle und Laborversuche in einem Forschungssystem
Microsoft Research entwickelt mit Quine ein System, das biologische Fachliteratur, Datenmodelle, Analysewerkzeuge und Ergebnisse aus dem Labor zusammenführt. In einer Zusammenarbeit mit dem Broad Institute priorisierte Quine Wirkstoffe, die den Zustand von Tumorzellen verändern könnten. Mehrere der hoch eingestuften Kandidaten wurden anschließend in Laborversuchen überprüft.
Quine ist noch kein Produkt für medizinische Entscheidungen. Microsoft bezeichnet es als experimentelle Forschungstechnik und öffnet es zunächst einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlern über ein Fellowship-Programm. Später könnten Teile in Microsoft Discovery einfließen. Microsoft Research
Europa und Deutschland
Mistral baut in München an KI für industrielle Simulationen
Mistral eröffnet in München ein Zentrum für Industrie- und Physik-KI. Dort sollen Forschungs- und Anwendungsteams Modelle für Aufgaben wie Strömungsberechnung, Materialverformung und Crashsimulation entwickeln. Der französische Anbieter arbeitet dabei nach eigenen Angaben mit BMW an Crashsimulationen und mit Siemens Energy an industriellen Anwendungen.
Das Zentrum gehört zu Mistrals Ausbau einer europäischen Infrastruktur. Das Unternehmen will bis 2030 ein Gigawatt Rechenleistung in Europa aufbauen und seine Modelle auf Wunsch in der Infrastruktur der Kunden betreiben. Wie viele Stellen in München entstehen und welche Anwendungen bereits produktiv laufen, hat Mistral nicht angegeben. Mistral
Gebaut in Europa
50skills · Personalprozesse automatisieren · Island
50skills bildet Abläufe wie Onboarding, Freigaben oder Visaverfahren in einem grafischen Workflow ab. Feste Regeln steuern vorhersehbare Schritte; KI-Module bearbeiten Aufgaben, die eine inhaltliche Einordnung verlangen. Personalteams legen fest, an welchen Stellen ein Mensch entscheiden muss, und erhalten ein Protokoll jedes Durchlaufs.
Primo · IT-Betrieb automatisieren · Frankreich
Primo bündelt Geräteverwaltung, Softwarezugänge und den Lebenszyklus von Beschäftigten. Die KI-Agenten bearbeiten wiederkehrende IT-Anfragen, suchen etwa nach ungenutzten Lizenzen oder stoßen definierte Maßnahmen in angeschlossenen Systemen an. Teams starten diese Abläufe aus Slack, aus anderen Automatisierungsdiensten oder über eigene Skripte.