24. August 2026
CoCounsel verbindet Rechtsrecherche und Schriftsatzentwürfe
Was wichtig war
CoCounsel führt von der Rechtsrecherche zum Schriftsatzentwurf
Thomson Reuters hat die neue Generation von CoCounsel Legal in den USA allgemein verfügbar gemacht. Die Arbeitsumgebung verbindet juristische Recherche, Entwürfe und die Prüfung von Belegen. Der neue Westlaw Brief Builder schlägt zu einem Fall relevante Fakten, Argumente und Rechtsquellen vor und erstellt daraus einen ersten Schriftsatzentwurf.
In fallbezogenen Arbeitsbereichen können Kanzleien eigene Dokumente und bisherige Arbeitsergebnisse einbeziehen. Für umfangreiche Analysen lassen sich laut Anbieter bis zu 10.000 Dokumente anhand von bis zu 100 Fragen auswerten; die Ergebnisse erscheinen in einer filterbaren Tabelle. Starts in Großbritannien, Kanada und Australien sind noch 2026 geplant. Thomson Reuters
DeepMind erprobt lernende Agenten im EVE-Universum
Google DeepMind hat seine Forschung mit Spieleentwicklern näher vorgestellt, darunter die bereits angekündigte Partnerschaft mit Fenris Creations, dem Studio hinter EVE Online. In dessen beständiger Spielwelt will DeepMind untersuchen, wie Agenten Erfahrungen behalten, langfristig planen und mit anderen Akteuren zusammenarbeiten oder konkurrieren. Die Versuche beginnen in einer separaten Version ohne aktive Spieler.
Zur Spieleforschung gehört auch SIMA 2. Der Agent verarbeitet das Bildschirmbild, versteht sprachliche Anweisungen und bedient Tastatur und Maus. Er benötigt dafür keinen Zugriff auf den Programmcode des Spiels. Als mögliche Anwendungen nennt DeepMind interaktive Begleitfiguren und automatisierte Tests während der Spieleentwicklung. Google DeepMind
OpenAI untersucht die Machtverteilung im KI-Zeitalter
OpenAI hat am 20. August sein neues Strategic-Futures-Team vorgestellt. Es soll untersuchen, wie sich gesellschaftliche Institutionen verändern müssen, damit Menschen auch bei weitreichender Automatisierung ihre Rechte und ihren Einfluss behalten.
Im Mittelpunkt steht das Risiko, dass sich politische und wirtschaftliche Macht bei wenigen Akteuren konzentriert. Das Team will dazu Forschung aus Wirtschaft, Recht, Politik und KI zusammenführen und Vorschläge zur Gestaltung von Institutionen erarbeiten. OpenAI
FDA diskutiert Prüfverfahren für generative Medizinprodukte
Die US-Behörde FDA hat am 18. August eine Konsultation zur Regulierung von Medizinprodukten mit generativer KI eröffnet. Ihr Diskussionspapier behandelt die Bewertung von Risiken, die Prüfung vor dem Markteintritt und die Überwachung im laufenden Einsatz.
Ein vorgeschlagener Ansatz verbindet technische Leistungstests mit einer klinischen Bestätigung, dass das Produkt die vorgesehene Aufgabe erfüllt. Auch Basismodelle und KI-Agenten sind Gegenstand der Fragen. Hersteller, Forschung, medizinisches Personal und Öffentlichkeit können bis zum 19. Oktober Stellung nehmen. FDA
In Unternehmen
Univé bereitet Schadenfälle mit KI vor
Beim niederländischen Versicherungsverbund Univé stellt ein KI-Assistent Unterlagen für die Haustierversicherung zusammen. Er prüft Tierarztrechnungen und Vertragsbedingungen, markiert fehlende Informationen und bereitet eine nachvollziehbare Empfehlung vor. Univé zufolge dauert diese Vorbereitung dadurch Minuten statt Stunden. Über den Schadenfall entscheidet anschließend ein Schadenspezialist.
Univé hat ChatGPT Enterprise breit eingeführt: 85 Prozent der lizenzierten Nutzer sind nach Unternehmensangaben jede Woche aktiv, Beschäftigte haben rund 1.500 angepasste GPTs erstellt. OpenAI-Kundenfallstudie
Europa und Deutschland
EU-Kommission sieht Lücken bei Deutschlands KI-Nutzung
Der Digital-Decade-Länderbericht 2026 bescheinigt Deutschland eine starke Stellung bei Halbleitern und Quantentechnik. Bei der Einführung fortgeschrittener Technologien wie KI sieht die EU-Kommission dagegen Probleme in der praktischen Umsetzung und eine zu geringe Nutzung für Innovationen. Sie empfiehlt, digitale Technologien stärker in betriebliche Abläufe zu integrieren und den Aufbau von KI-Infrastruktur zu unterstützen.
Im begleitenden Eurobarometer befürworten 81 Prozent der Befragten in Deutschland eine sorgfältige Regulierung der KI-Entwicklung zum Schutz der Sicherheit, auch wenn dies Entwickler einschränkt. EU-Kommission
Gebaut in Europa
Cobalt · Recruiting-Automatisierung · Frankreich
Cobalt verbindet Bewerbermanagement und Kundenpflege für Personalvermittler. Die Software sucht nach passenden Kandidaten, bereitet Dossiers auf und unterstützt Nachfassaktionen sowie Terminplanung. Gesprächsnotizen lassen sich transkribieren und mit offenen Stellen abgleichen. Der Pariser Anbieter hostet Daten nach eigenen Angaben in Frankreich und der EU.
FLOWSTER AI Studio · Prozessautomatisierung · Deutschland
FLOWSTER AI Studio erstellt aus Beschreibungen Formulare, Arbeitsabläufe und kleine Fachanwendungen. Teams können Rollen und Freigaben festlegen und die Ausführung anhand von Prüfprotokollen nachvollziehen. Die Plattform des Potsdamer Anbieters lässt sich in einer deutschen Cloud oder auf eigener Infrastruktur betreiben.