30. Juli 2026
Nvidia und SK planen 500-Milliarden-Initiative
Die großen Anbieter sichern sich Rechenzentren, Speicher und Datenzugänge für die nächste Ausbauphase. Zugleich zeigen neue Nutzungsdaten, dass KI am Arbeitsplatz bislang meist einzelne Aufgaben unterstützt, statt ganze Tätigkeiten zu übernehmen. Für Unternehmen werden deshalb Infrastruktur, kontrollierte Zugänge und klar abgegrenzte Prozesse gleichzeitig wichtiger.
Was wichtig war
Nvidia und SK planen 500-Milliarden-Initiative
Nvidia und Südkoreas SK Group haben Absichtserklärungen für eine mehr als 500 Milliarden Dollar umfassende Initiative unterzeichnet. SK Telecom plant eine KI-Rechenanlage mit bis zu zwei Gigawatt Leistung; SK Hynix soll langfristig Hochleistungsspeicher liefern und mitentwickeln. Es handelt sich noch nicht um abgeschlossene Investitionsverträge. Das Vorhaben würde Rechenleistung und Speicher über Jahre enger aneinander binden.
Google misst breite, aber punktuelle KI-Nutzung
Google hat 15 Millionen zusammengefasste und von Identifikatoren bereinigte Interaktionen aus Gemini, AI Mode und seiner Programmierschnittstelle ausgewertet. Demnach nutzen Beschäftigte aus 68 Prozent der untersuchten Berufe KI, typischerweise aber nur bei 21 Prozent ihrer Aufgaben. Weniger als zehn Prozent der beruflichen Interaktionen automatisierten eine Aufgabe vollständig. Die Studie misst Nutzung in Google-Produkten, nicht Produktivität oder Beschäftigungseffekte.
OpenAI gewährt Forschenden kostenlosen Modellzugang
OpenAI will bis Ende 2027 bis zu 100.000 Forschenden an ausgewählten akademischen Einrichtungen kostenlosen Zugang zu seinen Modellen und Forschungswerkzeugen geben. Das Programm startet im Sommer mit 10.000 Teilnehmenden; Bewerbungen sind geöffnet. Es gehört zu einer Zusage von mehr als 250 Millionen Dollar für externe Forschung. Der Zugang kann Forschung beschleunigen, bindet Institute aber zugleich enger an einen Anbieter.
Technologieanbieter gründen Allianz für sichere KI
Nvidia und zahlreiche Partner, darunter Microsoft, Mistral, SAP, Siemens, IBM, Red Hat und Hugging Face, haben die Open Secure AI Alliance gegründet. Mitglieder bringen vorhandene offene Werkzeuge für Identitäten, sichere Modelldateien und die Prüfung von Agenten ein. Die Allianz ist noch kein gemeinsamer Sicherheitsstandard. Sie schafft zunächst einen herstellerübergreifenden Rahmen, in dem Abwehrtechnik und Forschung geteilt werden sollen.
Microsoft und Databricks vertiefen ihre Plattformverbindung
Microsoft und Databricks haben ihre langfristige Partnerschaft bis in die 2030er-Jahre erweitert. Databricks will Azure stärker für den eigenen Betrieb nutzen; zugleich sollen Datenkatalog, Analysewerkzeuge und KI-Funktionen enger mit Microsoft 365, Power BI und Microsoft Purview zusammenspielen. Unternehmen erhalten dadurch mehr gemeinsame Daten- und Zugriffssteuerung, geraten aber tiefer in einen verbundenen Anbieterstack.
Gemini erhält Spracheingabe auf dem Mac
Google führt Spracheingabe für die Gemini-App auf macOS ein. Ein langer Druck auf die Funktionstaste startet Diktate in beliebigen Anwendungen; Gemini kann Füllwörter und Korrekturen bereinigen. Optional bezieht der Assistent sichtbare Bildschirminhalte beim Zusammenfassen oder Umschreiben ein. Die Funktion wird weltweit ausgerollt, zunächst jedoch nur für englische Spracheingaben.
In Unternehmen
STADLER beschleunigt wiederkehrende Wissensarbeit
Der baden-württembergische Anlagenbauer STADLER setzt ChatGPT bei rund 650 Beschäftigten ein. Teams verwandeln damit Rohwissen in Zusammenfassungen, Übersetzungen, Dokumentation und erste Textentwürfe; mehr als 125 angepasste GPTs unterstützen vor allem Übersetzungs- und E-Mail-Abläufe. Beschäftigte prüfen und verfeinern die strukturierten Vorlagen. Laut Fallbericht von OpenAI entsteht ein erster Entwurf im Durchschnitt zweieinhalbmal schneller, bei häufigen Wissensaufgaben sinkt der Zeitaufwand um 30 bis 40 Prozent. Die tägliche aktive Nutzung liegt demnach bei mehr als 85 Prozent. Die Quelle nennt jedoch keine Messmethode. Übertragbar ist deshalb vor allem der Prozess: wiederkehrende Schreib- und Übersetzungsaufgaben mit internen Vorlagen eingrenzen und die Freigabe bei Menschen belassen.
Europa und Deutschland
Neue Transparenzpflichten für KI-Inhalte starten
Bereits am 20. Juli hat die EU-Kommission Leitlinien zu den Transparenzpflichten des AI Act veröffentlicht, die ab 2. August gelten. Anbieter müssen direkte KI-Interaktionen kenntlich machen und erzeugte oder veränderte Inhalte maschinenlesbar markieren. Betreiber müssen unter anderem Deepfakes sowie bestimmte ungeprüfte KI-Inhalte zu Themen von öffentlichem Interesse offenlegen. Die Leitlinien grenzen die betroffenen Systeme und Rollen genauer ab.
Gebaut in Europa
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Workist · Auftragserfassung · Deutschland
Workist liest Bestellungen aus E-Mails und PDF-Dateien, gleicht die Angaben mit Stammdaten ab und überträgt bestätigte Datensätze in das Warenwirtschaftssystem. Bei unklaren Positionen holt die Software eine menschliche Entscheidung ein.
Legartis · Vertragsprüfung · Schweiz
Legartis prüft eingehende Verträge gegen zuvor festgelegte Unternehmensregeln und markiert abweichende oder fehlende Klauseln. Rechtsabteilungen, Einkauf und Vertrieb können die Hinweise gemeinsam bearbeiten; zuständige Mitarbeitende entscheiden über Änderungen und Freigabe.