25. Juni 2026
OpenAI und Broadcom stellen eigenen KI-Chip vor
Was wichtig war
OpenAI entwickelt mit Broadcom einen Chip für den Modellbetrieb
OpenAI und Broadcom haben Jalapeño vorgestellt, OpenAIs ersten eigenen Prozessor für die Ausführung von KI-Modellen. Erste Muster verarbeiten bereits Aufgaben im Labor. Der produktive Einsatz ist bis Ende 2026 geplant.
Der Chip ist auf die Rechen- und Speicheranforderungen großer Sprachmodelle zugeschnitten. Das gemeinsame Programm sieht mehrere Chipgenerationen vor. OpenAI
Qualcomm will mit Modular KI-Software für verschiedene Chips anbieten
Qualcomm hat die Übernahme des KI-Softwareanbieters Modular vereinbart. Dessen Plattform lässt Modelle auf unterschiedlichen Prozessoren und Beschleunigern laufen, ohne dass Entwickler ihre Software für jeden Chip neu schreiben müssen.
Die Technik soll Qualcomms Rechenzentrumsgeschäft stärken und auch Geräte außerhalb der Cloud unterstützen. Qualcomm
Codex wird häufiger für lange Aufgaben außerhalb der Entwicklung genutzt
OpenAI hat untersucht, wie sich die Nutzung von Codex verändert. Von August 2025 bis Anfang Juni 2026 wuchs die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer außerhalb der Softwareentwicklung bei Einzelkunden um den Faktor 137, in Organisationen um den Faktor 189.
Zugleich delegieren Nutzer umfangreichere Aufgaben: Im Mai stellten 70,2 Prozent einer Stichprobe von Einzelkunden mindestens eine Anfrage, deren Bearbeitung ein Mensch nach Schätzung eines KI-Modells länger als eine Stunde benötigen würde. Bei 25,6 Prozent war es eine Aufgabe von mehr als acht Stunden. Erfasst wurden die angefragten Aufgaben und ihr geschätzter Umfang, keine gemessene Zeitersparnis. OpenAI
Salesforce startet Agenten für Käufer und Shopbetreiber
Salesforce hat Agentforce Commerce allgemein verfügbar gemacht. Drei spezialisierte Agenten begleiten Kunden von der Produktsuche bis zur Bestellung, bearbeiten Geschäftskundenbestellungen und unterstützen die Shopverwaltung. Sie greifen auf Produktkataloge, Bestände, Aufträge und Kundendaten zu.
Ein Einkaufsagent kann beispielsweise prüfen, ob ein Artikel rechtzeitig geliefert werden kann. Händler können über einen weiteren Agenten Kataloge organisieren und Produkte sortieren. Anbindungen an zusätzliche externe KI-Gesprächsplattformen sollen in den folgenden Monaten hinzukommen. Salesforce
Claude übernimmt Aufträge aus Slack-Gesprächen
Anthropic hat Claude Tag als Beta für Enterprise- und Team-Kunden veröffentlicht. Beschäftigte können Claude in einem freigegebenen Slack-Kanal markieren und ihm einen Auftrag geben. Das System arbeitet die Aufgabe mit den angeschlossenen Werkzeugen ab und meldet sich anschließend im Gesprächsfaden mit dem Ergebnis.
Claude kann den Kontext des Kanals behalten und Aufgaben über Stunden oder Tage verfolgen. Administratoren können Ausgaben begrenzen und nachvollziehen, wer welche Aufgabe beauftragt hat. Anthropic
Gemini 3.5 Flash kann Anwendungen über ihre Oberfläche bedienen
Google hat Gemini 3.5 Flash um eine integrierte Computersteuerung erweitert. Das Modell kann Webseiten sowie Mobil- und Desktopanwendungen anhand der sichtbaren Oberfläche bedienen. Entwickler erhalten die Funktion über die Gemini API und die Gemini Enterprise Agent Platform.
Für kritische Aktionen lassen sich Bestätigungen vorsehen. Erkennt das System einen Manipulationsversuch, kann es den Ablauf stoppen. Google
Adobe will Topaz Labs übernehmen
Adobe hat die Übernahme von Topaz Labs vereinbart. Das Unternehmen entwickelt KI-Werkzeuge zur Verbesserung von Fotos und Videos. Seine Produkte sollen nach dem Kauf eigenständig weitergeführt werden.
Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen und hängt von behördlichen Freigaben sowie weiteren Bedingungen ab. Adobe
Mistral liest mit OCR 4 auch Tabellen und Formeln aus
Mistral hat sein Dokumentenmodell OCR 4 über eigene und mehrere Cloud-Plattformen verfügbar gemacht. Es extrahiert Text, Tabellen und Formeln aus gescannten Dokumenten und hält fest, an welcher Stelle der Seite die Inhalte stehen.
Das Modell unterstützt 170 Sprachen. Konfidenzwerte kennzeichnen unsichere Ergebnisse. Mistral
In Unternehmen
KPMG findet Ursachen von Cloud-Störungen schneller
KPMG setzt den Azure Copilot Observability Agent in der Betreuung seiner Anwendungen ein. Das System führt Protokolle, Messwerte und Ablaufspuren zusammen und sucht nach Zusammenhängen zwischen den betroffenen Diensten. Daraus erstellt es eine Ursachenanalyse und Vorschläge zur Behebung.
KPMG zufolge liegen solche Untersuchungen nahezu unmittelbar vor, wo sie zuvor Stunden oder Tage dauerten. KPMG schätzt die dadurch frei werdende Zeit auf rund 250 Ingenieurstunden im Monat. Sie werde für die Betreuung neuer Anwendungen und Funktionen genutzt. Microsoft
Europa und Deutschland
EU will autonome Fahrzeugflotten in Städten aufbauen
Die EU-Kommission hat die Initiative ADACities für autonomes Fahren gestartet. Ausgewählte Städte sollen mit Fahrzeugherstellern und Technologieunternehmen Robotaxis, autonome Shuttlebusse und weitere selbstfahrende Fahrzeuge in den realen Verkehr bringen.
Bis 2030 streben die teilnehmenden Städte Flotten von jeweils mindestens 100 autonomen Fahrzeugen an. Europäische Hersteller und Technik sollen den Kern der Partnerschaften bilden; internationale Zusammenarbeit bleibt möglich. Die Initiative baut auf einer Absichtserklärung für ein grenzüberschreitendes Testfeld auf. EU-Kommission
Gebaut in Europa
Finmatics · Buchhaltung · Österreich
Finmatics liest Rechnungen und Belege und erstellt daraus Buchungsvorschläge. Die Software gleicht erkannte Angaben mit Regeln und Stammdaten ab und übergibt sie an verbundene Buchhaltungssysteme. Unsichere Felder können Fachkräfte gezielt prüfen.
Carv · Personalgewinnung · Niederlande
Carv unterstützt die Kommunikation mit Bewerbenden, die erste Prüfung von Angaben und die Terminplanung. Das System führt Gesprächsinformationen mit den Anforderungen einer Stelle zusammen, schlägt nächste Schritte vor und dokumentiert den Verlauf für das Recruiting-Team.
voize · Pflegedokumentation · Deutschland
Mit voize sprechen Pflegekräfte ihre Notizen ins Smartphone. Die Software ordnet Angaben den passenden Dokumentationsfeldern zu und formuliert Pflegeberichte. Mitarbeitende können die Texte prüfen und ergänzen, bevor sie in die digitale Patientenakte übernommen werden.